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03.05.2019

Tauwasser an Fensterscheiben

Fenster beeinflussen durch ihre Form, Gliederung und Größe, durch ihre Lage und Anordnung den Baukörper und den Innenraum maßgeblich. Als Elemente der Außenhaut eines Gebäudes liegen ihre primären Aufgaben in der natürlichen Beleuchtung und Belüftung eines Raumes. Hinsichtlich ihrer bauphysikalischen Eigenschaften stellen sie Schwachstellen in der Bauwerkshülle dar. Allerdings fanden in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte bei der energetischen Verbesserung von Verglasungen statt. Im älteren Gebäudebestand sind Zweischeiben-Isolierverglasungen in Verbund- und Kastenfenstern noch üblicher Standard, während in Neubauten ab Mitte der 1990er Jahre ausschließlich so genannte Wärmeschutzverglasungen mit Wärmeschutzbeschichtungen und Edelgasfüllungen zum Einsatz kommen. Die frühere Wärmeschutzverordnung und die heute gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) haben diese Entwicklung beschleunigt. Das Bestreben, sämtliche thermischen Schwachstellen des Gebäudes konsequent zu eliminieren, führte zudem zu bedeutenden Fortschritten bei der Verringerung des Wärmeflusses über Fensterrahmen und Glas-Abstandshalter. Diese modernen Fenster sind im geschlossenen Zustand so dicht, dass die im Gebäude entstehende Feuchtigkeit über die verbleibenden Undichtigkeiten nur unzureichend abgeführt werden kann und somit die Raumluftfeuchte und die Feuchtebelastung der Außenwand zunehmen. Im Vergleich zum Altbau führen die geänderten Verhältnisse zur vermehrten Bildung von Tauwasser und einem erhöhten Risiko von Schimmelpilzwachstum an wärmetechnischen Schwachstellen der Gebäudehülle, insbesondere der Fenster. Sofern keine mechanische Belüftung vorhanden ist, muss ein Großteil der Feuchte durch das Öffnen der Fenster, z.B. in Form von täglich mehrmaligem Stoßlüften, abgeführt werden.

Auch moderne Fenster besitzen im Vergleich zur Wandkonstruktion einen deutlich geringeren Wärmedurchlasswiderstand, sie stellen somit häufig eine örtlich begrenzte Wärmebrücke dar, an der es zu Tauwasseranfall kommt. Auch bei normaler Nutzung ist ein gelegentliches Beschlagen der Fenster zu dulden, sofern es dadurch zu keinem Schaden am oder im Gebäude kommt. Es stellt sich allerdings die Frage, welche Häufigkeit an Taupunkttemperaturunterschreitungen als normal gelten kann und ab wann die Situation zu beanstanden ist.
Thermische Eigenschaften von Fenstern

Die Fenster haben sich in den letzten Jahrzehnten in Bezug auf ihre Konstruktion und Wärmedämmeigenschaft stark weiterentwickelt.
In Tabelle 1 sind ausgehend von der Einfachverglasung bis zur 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung typische Werte für den Wärmedurchgangskoeffizienten der Fenster aufgelistet. Im Vergleich zur Einscheibenverglasung konnte der U-Wert des Fensters um mehr als den Faktor 10 verbessert werden.Tabelle 1: Wärmedurchgangskoeffizienten und Oberflächentemperaturen verschiedener Fensterkonstruktionen bei -10 °C außen u. 20 °C innen




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